Spektakuläre Würfe und ein bitteres Ende
In der hart umkämpften Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm schrammte der Pongauer nur hauchdünn an seiner ersten EM-Medaille vorbei.
Souveräner Start in den Vorrunden
Als einziger Salzburger im EM-Aufgebot des Österreichischen Judoverbandes (ÖJV) bewies der 25-Jährige von Beginn an seine exzellente Form und fokussierte Einstellung. Den Grundstein für das erfolgreiche Turnier legte Scharfetter direkt zum Auftakt: In den ersten beiden Kämpfen ließ er auf der Tatami nichts anbrennen und besiegte nacheinander seine starken Kontrahenten aus Belgien und Israel. Mit diesen zwei souveränen Siegen im Rücken sicherte er sich das Ticket für das Poolfinale.
Auf Augenhöhe mit dem Ex-Weltmeister
Dort wartete ein echter Prüfstein und Scharfetter zeigte, dass er in der absoluten Weltklasse angekommen ist. Gegen den ehemaligen serbischen Weltmeister Nemanja Majdov lieferte er sich einen packenden, taktisch hochklassigen Kampf. Das Duell begegnete sich so sehr auf Augenhöhe, dass es erst denkbar knapp durch das Kampfgericht entschieden wurde: Mit einem hauchdünnen 3:2 an Strafen (Shidos) musste sich der Salzburger dem serbischen Top-Favoriten schließlich beugen.
Spektakuläres Ticket für das kleine Finale
Wer dachte, dieser unglückliche Rückschlag würde den Bischofshofener aus dem Konzept bringen, wurde in der Hoffnungsrunde eines Besseren belehrt. Scharfetter mobilisierte noch einmal alle Kräfte und sorgte für eines der technischen Highlights des Turniers: Mit einem wunderschönen, blitzsauberen Seoi-nage beförderte er seinen Gegner auf die Matte, sicherte sich den Sieg durch Ippon und zog damit auf spektakuläre Weise in den Kampf um Bronze ein.
Kurzer Prozess im Kampf um Edelmetall
Im entscheidenden Duell um Platz drei stand Scharfetter schließlich dem Rumänen Alex Cret gegenüber. Die Hoffnungen auf Edelmetall waren groß, doch das Bronze-Duell nahm leider ein schnelles und bitteres Ende. Der Salzburger übersah einen starken Seoi-nage-Eingang von Cret, für den der Rumäne prompt eine Waza-ari-Wertung erhielt. Cret nutzte die Situation routiniert aus und ging direkt in den Bodenkampf über. Er fixierte Scharfetter in einem unerbittlichen Festhaltegriff (Osae-komi), aus dem sich der Sanjindo-Athlet nicht mehr befreien konnte.
Ein Achtungserfolg mit Perspektive
Auch wenn im ersten Moment nach dem schnellen Aus im Bronze-Kampf die Enttäuschung überwogen haben dürfte – das Resultat bleibt ein massiver Erfolg. Thomas Scharfetter hat in Tiflis eindrucksvoll bewiesen, dass er es mit der absoluten europäischen Spitze aufnehmen kann. Für seinen Heimatverein Sanjindo Bischofshofen und den Salzburger Judosport ist dieser starke fünfte Platz ein Ausrufezeichen, das für die kommenden internationalen Aufgaben mächtig Rückenwind geben wird.
Foto: © Judo Austria
20.04.2026, 08:48 Uhr
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